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Kartenmaterial

Fahrrad und Bahn
Die Daten . Die Karte . Der Pass . Die Bilder 

Daten Südseite

Ort Höhe ü. NN Entfernung Höhendifferenz Kumulierte Entfernung Kumulierte Höhendifferenz
Nizza (Flughafen) 0 m
Pt. de la Mescla 241 m 32 km 214 km 32 km 241 m
St.-Sauveur-sur-Tinèe 510 m 25 km 296 m 57 km 510 m
Isola 871 m 13 km 361 m 70 km 871 m
St.-Étienne-de-Tinée 1.144 m 15 km 373 m 85 km 1.144 m
Abzw. St.-Dalmas-le-Selvat 1.347 m 4,5 km 203 m 89,5 km 1.347 m
Vens 1.476 m 2,5 km 129 m 92 km 1.476 m
Le Pra 1.649 m 3 km 173 m 95 km 1.649 m
Réfuge de Bousiéyas 1.880 m 3 km 231 m 98 km 1.880 m
Camp des Fourches 2.250 m 5 km 370 m 103 km 2.250 m
Col de Raspaillon 2.513 m 4 km 263 m 107 km 2.513 m
Passhöhe 2.715 m 3 km 202 m 110 km 2.715 m
Informationstafel Cime da la Bonette 2.802 m 1 km 87 m 111 km 2.802 m
Durchschnittliche Steigung 2,5 %
Durchschnittliche Steigung ab St. Étienne 6,5 %
Maximale Steigung 14 %

Daten Nordseite

Ort Höhe ü. NN Entfernung Höhendifferenz Kumulierte Entfernung Kumulierte Höhendifferenz
Jausiers 1.240 m
Lans 1.425 m 4 km 205 m 4 km 205 m
La Chalannette 1.503 m 2,5 km 78 m 6,5 km 283 m
Le Rochas 1.785 m 3 km 282 m 9,5 km 565 m
La Cabane Noire 2.150 m 5 km 365 m 14,5 km 930 m
Caserne de Restefond 2.600 m 6 km 450 m 20,5 km 1.380 m
Col de Restefond 2.692 m 2 km 92 m 22,5 km 1.472 m
Passhöhe 2.715 m 1 km 23 m 23,5 km 1.495 m
Informationstafel Cime da la Bonette 2.802 m 1 km 87 m 24,5 km 1.582 m
Durchschnittliche Steigung 6,5 %
Maximale Steigung 12 %

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Karte Cayolle

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Der Pass

Vom Mittelmeer auf 2.802 m, das ist doch was! Auch wenn man weder auf die höchste Straße noch auf den höchsten Pass Europas fährt, die Kontraste der Landschaft sind einmalig. Von der Promenade des Anglais zu den Murmeltieren, von Strand und Palmen in Fels und Eis, wo bekommt man das sonst? Deshalb beginnt der Südanstieg zum Col de la Bonette in Nizza (Bild 1), der Stadt mit den (nach Paris) meisten Museen Frankreichs und dem (nach Paris) größten Flughafen Frankreis. Eben hier, am Flughafen Nice Cote d'Azur geht es los, die ersten Kilometer sind allerdings eher eine Qual, durch Gewerbegebiete und Vororte der Metropole. Bald jedoch wird es rechts und links steiler, nach knapp 20 km ist man schon in der ersten Schlucht, der "Défilé du Chaudan". Und 32 km später erreicht man die Pont de la Mescla, wo die Tinée in den Var fließt. Von nun an bleibt die Route im Tal der Tinée. Nach 25 km erreicht man St.-Sauveur-sur-Tinée (Bild 2). Wer eine Runde von Barcelonette über den Col de la Cayolle und den Col de la Bonette machen will: Dies ist der südliche Wendepunkt. Weiter geht es durch die nächste Schlucht, die Gorges de Valabres. Ganz kurz durchquert man hier den Mercantour-Nationalpark, der sich sonst hauptsächlich auf den Bergrücken von den Seealpen bis zum Bonette erstreckt. Es geht zwar bergauf, doch die Steigung ist noch sehr moderat. Seit Nizza sind auf den nun über 60 km gerade mal knappe 600 Höhenmeter bewältigt worden. Der nächste Ort ist Isola, inzwischen ist man auf über 800 m. Am Ortseingang von Isola steht ein sehenswerter romanischer Kirchturm, noch steht er jedenfalls, wer weiß, wie lange noch Bild 3. Isola selbst ist ein netter, kleiner Ort (Bild 4) an der Kreuzung zweier Passstraßen, etwas verschlafen. Die "Party" geht weiter oben ab, auf dem Weg zum Col de la Lombarde liegt Isola 2000, der dazugehörige Wintersportort à la francaise. Die Straße verläuft weiter im Tal, immer noch mit recht geringer Steigung. Erst kurz v or St.-Étienne-de-Tinée wird es steiler: Die Straße steigt an der östlichen Talseite in zwei Serpentinen nach oben, um dann wieder hinunter nach St. Étienne zu führen. Warum? Das zeigt ein Blick auf den Hang gegenüber: Bild 5. Durch diese Straßenführung umgeht man ein Bergsturzgebiet. Immerhin darf man nun nach St. Étienne rollen (Bild 6), zum eigentlichen Startort des Passes.
Also, St. Étienne. 85 km von Nizza, knappe 1.150 m höher das entspricht einer durchschnittlichen Steigung von gerade mal 1,4 %. Das wird sich nun ändern: Für die nächsten 1.650 m braucht man nur noch 25 km, nun beginnt der Spaß also! Zunächst ist die Steigung moderat, vorbei an der Pont Haut (hier zweigt die Straße nach St.-Dalmas-le-Selvage ab), an Vens und an Le Pra verläuft die Straße kurvenarm im Talboden, die Steigung ist selten steiler als 6 %. Nach Le Pra ändert sich die Richtung, die Passhöhe ist das erste Mal zu erahnen (allerdings in weiter, weiter, insbesondere vertikaler Entfernung). Dann, kurz vor Bousiéyas, etwa 12 km sind seit St. Étienne absolviert, ändert sich die Landschaft dramatisch. Die Waldgrenze ist passiert, nun öffnet sich das Tal etwas, und die Straße schraubt sich am rechten Talhang nach oben. Das Schrauben geschieht durch mehrere Serpentinen, bei inzwischen etwas größerer Steigung (Bild 7). Tief unten im Tal sind einige Bergbewohner in Bewegung: Bild 8. Weiter oben kommen einige Ruinen ins Blickfeld (Bild 9). Es sind dies die Ruinen des Camp des Fourches, eines Kasernenkomplexes, in dem während des ersten und des zweiten Weltkriegs französische Gebirgsjäger stationiert waren. Die verkehrliche und wirtschaftliche Bedeutung des Passes war nie sehr groß, die strategische und militärische dagegen sehr. Schon im 18. Jahrhundert zogen hier im österreichischen Erbfolgekrieg die spanischen Truppen durch. Und auch später war die Grenzregion zwischen Frankreich und Italien bis hin zum Mittelmeer häufig stark umkämpft. Glücklicherweise zeugen heute nur noch die Ruinen von diesen spannungreichen Zeiten.
Vom Camp des Fourches hat man einen wunderschönen Rückblick auf die zurückgelegten Serpentinen und die Berge des oberen Tinée-Tals: Bild 10. Diesen Blick kann man nun fast die ganze Zeit bis zur Passhöhe genießen. Diese und die Cime de la Bonette sieht man, wenn man nach vorne schaut, was ja ab und an auch ganz sinnvoll ist (Bild 11). Sieben lange Kilometer sind es vom Camp des Fourches bis zur Passhöhe. Und die Passhöhe ist bei diesem Pass ausnahmsweise nicht das Ziel, schließlich wollen die 2.800 m geknackt werden. Dazu muss allerdings der mit Abstand steilste Abschnitt überwunden werden, der Anstieg zur Gedenktafel am Scheitelpunkt des Rundwegs um die Cime de la Bonette. Der Gedenkstein erinnert an die verschiedenen Baumeister der Strecke, ist aber viel wichtiger als Beweisfotohintergrund, siehe Bild 12. Und wer es bis hier geschafft hat, der sollte unbedingt die paar Meter bis zum Gipfel der Cime de la Bonette hochlaufen, selbst wenn es in Radschuhen ist. Das müssen die Platten dann eben mal aushalten, denn der Rundblick ist atemberaubend: Bei klarer Sicht sind fast alle Massive der Südalpen zu sehen, als Beispiel Bild 13 mit dem Blick nach Süden zurück auf die Passstrecke. Bild 14 zeigt einen Überblick über die Passlandschaft, auf Bild 15 ist die Passhöhe herangezoomt. Was nun kommt, ist eine lange, lange Abfahrt bis nach Jausiers im Ubaye-Tal.

Jausiers im Ubaye-Tal ist der Startort der Nordrampe des Col de la Bonette. Bild 16 zeigt das Ortszentrum, Bild 17 den Blick über den Ort in Richtung Col de la Bonette. Bild 18 ist eine Ausschnittsvergrößerung von Bild 17, man kann den Weiler Lans und den unteren Teil der Bonette-Straße erkenne. Lans ist dann auch der erste Fixpunkt, nach 4 km und einigen Serpentinen ist er erreicht. Die Straße schlängelt sich weiter durch lichten Baumbestand nach oben, richtig hoch wirken die Berge nicht, dass man hier auf dem Weg zu "Europas höchstem Pass" ist, wie es oft zu unrecht heißt, kann man noch gar nicht glauben (Bild 19, Bild 20). Aber die Steigung ist schon nicht ohne. Bis zur Passhöhe gibt es nun kaum noch Verschnaufpausen, und es sind noch ein paar Kilometer bis dahin. Allerdings brechen auch keine bösartigen Steigungen den Rhythmus. Die Landschaft wird zusehends karger, Bäume gibt es schon keine mehr, bald auch keine Büsche. Auf 2.000 m bietet ein kleines Réfuge, "Halte 2000" noch einmal die Gelegenheit zu einer Stärkung. Dann geht es weiter durch die karge Hochgebirgslandschaft (Bild 21). Plötzlich taucht am Horizont das Ziel auf, die Cime de la Bonette (Bild 22). Nun ist man bereits weit über der 2.000-m-Marke. Die Restefondkasernen erinnern daran, dass diese Region nicht immer friedlich war. Heutzutage kämpft man jedoch nur gegen die Höhe, das Wetter, den inneren Schweinehund etc. Doch wenn das alles besiegt ist, hat man es geschafft: die Cime de la Bonette ist zum Greifen nah (Bild 23). Vorbei am Col de la Bonette, die letzte (und steilste) Steigung bis zu den 2.802 m ist dann kein Problem mehr, denn man ist ja fast oben. Nach dem obligatorischen Besteigen der Cime de la Bonette wartet die längste Abfahrt der Alpen, von 2.802 m auf 0 m am Mittelmeer (Bild 24). Stopp, vorher noch das Passfoto, leider gibt es kein Passschild ... (Bild 25).

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Die Bilder

Bild 1:
Nizza, Promenade des Anglais
Bild 2:
St.-Sauveur-sur-Tinée
Nizza
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St.-Sauveur-sur-Tinée
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Bild 3:
Romanischer Kirchturm, die dazugehörige Kirche wurde vom Wasser weggerissen
Bild 4:
In Isola
Kirchturm
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Isola
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Bild 5:
Bergsturz kurz vor St. Étienne
Bild 6:
St.-Étienne-sur-Tinée
Bergsturz
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St. Étienne
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Bild 7:
Es wird steiler
Bild 8:
Bergbewohner
Serpentine
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Schafe
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Bild 9:
Camp des Fourches
Bild 10:
Rückblick vom Camp des Fourches
Camp des Fourches
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Rückblick
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Bild 11:
Die Cime de la Bonette
Bild 12:
Gedenkstein
Cime de la Bonette
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Gedenkstein
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Bild 13:
Blick nach Süden von der Cime de la Bonette
Bild 14:
Überblick über die Passlandschaft
Südblick
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Passlandschaft
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Bild 15:
Der Col de la Bonette
Bild 16:
Jausiers
Passhöhe
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Jausiers
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Bild 17:
Blick über Jausiers in Richtung Col de la Bonette
Bild 18:
Bonette-Straße, unterer Teil
Jausiers
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Bonettestraße
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Bild 19:
Der "höchste Pass" Europas? Hm ...
Bild 20:
... sieht noch nicht so aus ...

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Bild 21:
Hochalpine Landschaft
Bild 22:
Die Cime de la Bonette taucht auf
Hochgebirge
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Cime de la Bonette
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Bild 23:
Die Cime de la Bonette
Bild 24:
Ans Mittelmeer!
Cime de la Bonette
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Nice
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Bild 25:
Das "Passschild"
Passschild
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© der Fotos: Holger Rudolph

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